2.3 Anforderungen an leichte Gesteinskörnungen nach DIN EN 13055-1 und DIN 1045-2

Zulässige Gesteinskörnungen für die Verwendung in Leichtbeton nach DIN EN 206-1/DIN 1045-2

Herkunft

Gesteinskörnung
natürliche GesteinskörnungenLava (Lavaschlacke), Naturbims, Tuff
industriell hergestellte
Gesteinskörnungen
Blähglas1), Blähglimmer1)(Vermiculit), Blähperlit1), Blähschiefer, Blähton, gesinterte Steinkohlenflugaschepellets, Ziegelsplitt aus ungebrauchten Ziegeln
industrielle NebenprodukteKesselsand1)

1) Nicht für Spannbeton.

Ausdruck der Tabelle

Bei der Verwendung von leichten Gesteinskörnungen in Beton oder Mörtel ist u. a. zu beachten:

  • Die Schüttdichte muss vom Hersteller angegeben werden. Sie darf vom Nennwert um nicht mehr als ± 15 % abweichen, höchstens jedoch um ± 100 kg/m3.
  • Feinanteile, beurteilt nach DIN EN 12620, Anhang D, müssen unschädlich sein.
  • Natürliche leichte Gesteinskörnungen sind hinsichtlich Erstarren und Druckfestigkeit des Betons nach DIN EN 1744-1, Abschnitt 15, zu beurteilen.
  • Für natürliche Gesteinskörnungen ist die Verwendbarkeit hinsichtlich Alkali-Kieselsäure-Reaktion nachzuweisen; Ausnahme: Tuff, Naturbims, Lava. Der Alkaliwiderstand ist auch für Blähglasgranulat nachzuweisen.
  • Erstarrungs- und erhärtungsstörende Bestandteile dürfen nicht in solchen Mengen enthalten sein, dass das Erstarren und Erhärten signifkant negativ verändert wird.

Regelanforderungen nach DIN 1045-2 an leichte Gesteinskörnungen nach DIN EN 13055-1

Eigenschaft

Anforderung
KornzusammensetzungD/d 1,4
Feinanteileanzugeben
Feinanteilefeine leichte Gesteinskörnungf3 (nur natürliche leichte Gesteinskörnung)
Korngemischf3 (nur natürliche leichte Gesteinskörnung)
grobe leichte Gesteinskörnungf1,5 (nur natürliche leichte Gesteinskörnung)
Kornrohdichte 1)anzugeben
Wasseraufnahme (w60)2)anzugeben
Kornfestigkeit 3)15 % zulässige Abweichung vom deklarierten Wert
Frost-Tau-Widerstand 4)F4 für XF1 und F2 für XF3
Frost-Tausalz-Widerstand 5)500 g/m2 5)
Chloride 6)

0,04 M.-% bei Betonstahlbewehrung

≤ 0,02 M.-% bei Spannstahlbewehrung

≤ 0,15 M.-% ohne Bewehrung oder

eingebettetes Metall

säurelösliches Sulfat0,8 M.-%
Gesamtschwefel1 M.-%
Glühverlust (nur Kesselsand)5 M.-%
organische Bestandteil 7)anzugeben

1) Alternativ die wirksame Kornrohdichte nach DIN V 18004, Abschnitt 5.2.4.2, wenn sie nicht mehr als ± 15 % vom deklarierten Wert abweicht, höchstens jedoch um ± 150 kg/m³.
2) Alternativ die Wasseraufnahme (wBVK) nach DIN V 18004, Abschnitt 5.3, oder die Wasseraufnahme (w60) nach DIN V 18004, Abschnitt 7.
3) Alternativ die Kornfestigkeit nach DIN V 18004, Abschnitt 5.4.
4) Alternativ ist die Prüfung des Frostwiderstands am Beton nach DIN V 18004, Abschnitt 4, möglich; Anforderung: Abwitterung ≤ 500 g/m² nach 56 Frost-Tauwechseln; alternativ Prüfung mit der tatsächlichen Betonzusammensetzung möglich. Der angegebene Grenzwert ist vorläufg, andere Grenzwerte können im Einzelfall vereinbart werden.
5) Für Verwendung in XF2 bzw. XF4 kann die Prüfung des Frost-Tausalz-Widerstands am Beton nach DIN V 18004, Abschnitt 4.3, erfolgen; Anforderung: Abwitterung ≤ 500 g/m² nach 56 Frost-Tauwechseln; alternativ Prüfung mit der tatsächlichen Betonzusammensetzung möglich. Der angegebene Grenzwert ist vorläufig, andere Grenzwerte können im Einzelfall vereinbart werden.
6) Andernfalls ist der Chloridgehalt des Betons nachzuweisen.
7) Natürliche leichte Gesteinskörnungen sind hinsichtlich Erstarrungszeit und Druckfestigkeit des Betons nach DIN EN 1744-1, Abschnitt 15, zu beurteilen.

Ausdruck der Tabelle