13.1.4 Anforderungen an den Frisch- und Festbeton

Anforderungen an den Frisch- und Festbeton

Beton Anforderung
Frischbeton
  • Frischbetontemperatur bei der Herstellung von Tunnelinnenschalen zweischalig ausgeführter Tunnel sowie Tunnelwänden und -decken von Tunneln in offener Bauweise: i.d.R. T ≤ 25 °C an der Einbaustelle
  • Luftgehalt des Frischbetons an der Einbaustelle bei LP-Beton
  • Zugabe von Fließmittel (FM):
    - Zugabe zur Konsistenzklasse F2 bzw. C2 oder steifer
    - Zugabe zur Konsistenzklasse F3 bzw. C3 nur, wenn diese durch verflüssigende Zusatzmittel eingestellt wurde
    - Konsistenzklasse F6 nur mit Zustimmung des Auftraggebers
  • Planmäßig vorgesehene nachträgliche Wasserzugabe nur bei Beton für Ortbetonpfähle (Zustimmung des Auftraggebers erforderlich)
  • Bei Übergabe muss die Frischbetonkonsistenz innerhalb der Grenzen der vereinbarten Konsistenzklasse oder des Zielwertes liegen
Festbeton
  • Bestimmung der Druckfestigkeitsklasse i.d.R. im Prüfalter von 28 Tagen
  • Bei Bauteilen mit kleinster Abmessung ≥ 0,60 m und zu berücksichtigendem Zwang aus abfließender Hydratationswärme darf in Anlehnung an DAfStb-Richtlinie „Massige Bauteile aus Beton“
    - die Druckfestigkeitsklasse im Prüfalter von 56 Tagen bestimmt werden
    - in den Expositionsklassen XD2, XD3, XF2, XF3 oder XA2 (ohne Luftporen) die Mindestdruckfestigkeit C30/37 betragen.
    Dafür müssen folgende Bedingungen erfüllt sein:
    - Berücksichtigung des Prüfalters > 28 d bei der Bemessung
    - Festigkeitsentwicklung langsam oder sehr langsam (r < 0,30)
    - bei XF2 Verwendung von CEM III/A bzw.CEM III/B oder CEM I bzw. CEM II/A mit Flugasche (min.f = 20% von (z+f) und min.(z+f) ≥ 300 kg/m³), Flugascheanrechnung möglich
    - bei Bauteilen ohne Frostangriff mit oder ohne Tausalz Verwendung von CEM III/A, CEM III/B bzw. CEM II/B-V oder sonstigen Zement mit Flugasche (min.f = 20% von (z+f) und min.(z+f) ≥ 300 kg/m³), Flugascheanrechnung möglich
    - Angabe im Betonierplan, wie Alter > 28 d bezüglich Ausschalfristen, Nachbehandlungsdauer und Bauablauf zu berücksichtigen ist
    - Abfrage des Prüfalters und der Auswirkungen des Prüfalters > 28 d beim Hersteller durch den Auftragnehmer und Vorlage beim Auftraggeber zwei Wochen vor Betonierbeginn
    - Vermerk auf dem Lieferschein zum Prüfalter 56 d
  • Für Beton nach Zusammensetzung ist Zustimmung des Auftraggebers erforderlich
  • Sichtbar bleibende geschalte Betonflächen sind nach DBV/VDZ-Merkblatt „Sichtbeton“ in der Sichtbetonklasse SB2 und abweichend davon in der Ebenheit E2 auszuführen
  • Falls der Frost-Tausalz-Widerstand von Beton der Expositionsklasse XF4 geprüft werden soll, Prüfung mit dem CDF-Verfahren nach dem BAW-Merkblatt „Frostprüfung von Beton“; Kriterium: Abwitterung ≤ 1500 g/m² (Mittelwert der Prüfserie) und ≤ 1800 g/m² (95 % Quantil) je nach 28 FTW (Seitliche Abdichtung der Prüfkörper nur mit aluminiumkaschiertem Butylklebeband)

Ausdruck der Tabelle

Luftgehalt des Frischbetons bei LP-Beton

Größtkorn[mm]Mittlerer Mindest-Luftgehalt [Vol.-%] 1) für Beton der Konsistenz
C1
ohne FM oder BV
C2 bzw. F2 und F3
C1 mit FM oder BV
≥ F4 3)
85,56,5 2)6,5 2)
164,55,5 2)5,5 2)
324,05,0 2)5,0 2)

1) Einzelwerte dürfen diese Anforderungen um höchstens 0,5 Vol.-% unterschreiten.
2) Wenn bei der Erstprüfung nachgewiesen wird, dass die Grenzwerte für die Luftporenkennwerte entsprechend der folgenden Tabelle eingehalten werden, gilt ein um 1 % niedrigerer Mindestluftgehalt. Für diesen Nachweis darf der Luftgehalt des Frischbetons bei einem Größtkorn von 8 mm 6,0 Vol.-%, von 16 mm 5,0 Vol.-% und von 32 mm 4,5 Vol.-% nicht überschreiten.
3) Bei Ausbreitmaßklasse F6 sind die Luftporenkennwerte am Festbeton entsprechend der folgenden Tabelle nachzuweisen.

Ausdruck der Tabelle

Luftporenkennwerte des Festbetons

Art der PrüfungMikroluftporengehalt A300
[Vol.-%]
Abstandsfaktor L
[mm]
Erstprüfung≥ 1,8≤ 0,20
Prüfung am Bauwerk und
Kontrollprüfungen
≥ 1,5≤ 0,24

Ausdruck der Tabelle