12.12.2 Anwendungen

Die wichtigsten Anwendungen von Beton in der Landwirtschaft sind Biogasanlagen Güllelager, Gärfutter- und Fahrsilos sowie Stallungen und Mehrzweckhallen. Einen Überblick über den Betonangriff bei ausgewählten Bauteilen gibt Tabelle 12.12.2.a

Biogasanlagen
Biomasse wird mit Hilfe von Mikroorganismen vergoren. Das bei der Gärung entstehende Biogas (Methan, Kohlendioxyd) wird für die Erzeugung von Wärme und Strom genutzt. Herzstück einer Biogasanlage ist der Fermenter, in dem das Gärsubstrat unter aneroben Bedingungen in Biogas umgesetzt wird.

Güllebehälter, Festmistplatten
Gülle, Dung oder Mist fallen in der Rinder-, Schweine- und Geflügelhaltung an und müssen zwischengelagert werden. Gülle und Sickersäfte von Festmist sind schwach wassergefährdend.

Gärfuttersilos / Fahrsilos
In Gärfuttersilos wird aus Grünfutter durch Milchsäuregärung Gärfutter (Silage) hergestellt und gelagert. Die beim Gären entstehenden organischen Säuren mit ph-Werten zwischen 4 und 5 sind als wassergefährdend eingestuft. 

Fahrsilos (auch Flachsilos genannt) werden bei Beschickung mit Grünfutter oder Entnahme der Silage durch Schlepper oder Radlader befahren.

Hallen- und Stallböden
Hallenböden dienen in der Landwirtschaft als Lagerstätte für Erntegut, Schüttgüter (Dünger, Streusalze) und Betriebsstoffe (mineralische und pflanzliche Schmier- und Treibstoffe). Sie werden von Fahrzeugen unterschiedlicher Art (Radlader, Transportfahrzeuge, Erntemaschinen) befahren.

Bei Ställen unterscheidet man Kalt- und Warmställe. Tiere in Kaltställen sind ganzjährig der Witterung ausgesetzt. Spaltenböden oder mit mechanisch betriebenen Räumern bestückte Entmistungsbahnen dienen der Beseitigung des Stallmistes.

Übersicht über den Betonangriff bei ausgewählten Bauwerken/Bauteilen für die Landwirtschaft

BauwerkFunktionBetonangriff
Betonschädigungdurch
Biogasanlagen (Fermenter außen, gedämmt, bewehrt)
 

Flüssigkeitsberührt

Erzeugung von Biogas durch Gärung der BiomasseSchwacher chemischer Angriffu.a. Ammonium Sulfate

Gasraum

Gasraum mit Auskleidung
Starker chemischer AngriffBiogene Schwefelsäure
Schwacher chemischer Angriff
Güllebehälter ( bewehrt)Offene Behälter, belüftet, im FreienLagerung von Gülle, Dung oder Mist

Schwacher chemischer Angriff

 

Physikalischer Angriff

u.a. Ammonium, Sulfate, Nitrate, 

 

Frost

Geschlossene Behälter im Freien 1)

Schwacher chemischer Angriff

 

Physikalischer Angriff

u.a. Ammonium, Sulfate, Nitrate, 

 

Frost

Güllekanäle, Güllekeller 1)

Schwacher chemischer Angriff

 

Physikalischer Angriff

u.a. Ammonium, Sulfate, Nitrate, 

 

Frost

Sickersaftbehälter, (erdüberdeckt)Mit BeschichtungLagerung von Sickersaft aus GärfuttersilosStarker chemischer AngriffBiogene Schwefelsäure
Mit Auskleidungschwacher chemischer Angriff
Gärfuttersilos / Fahrsilos (bewehrt)Offene Silos 2)Herstellung und Lagerung von Gärfutter (Silage)

Starker chemischer Angriff

Säuregemisch, v.a. Milchsäure, Essigsäure
Physikalischer Angriff (Fahrsilos)Frost
Mechanischer AngriffFahrzeuge
Hallenböden (innen, unbewehrt)AbstellflächenFahrzeuge, MaschinenMechanischer AngriffFahrzeuge
LagerflächenSchüttgüterStarker chemischer AngriffMineraldünger (in wässriger Lösung): u.a. Ammoniumnitrate, Phosphate, Magnesium
Physikalischer AngriffStreusalze: Chloride
Stallböden (bewehrt)Kaltstall (im Freien, überdacht, eingestreut)TierhaltungSchwacher chemischer AngriffAmmonium-, Schwefelverbindungen und Nitrate
Physikalischer AngriffFrost
Warmstall (innen)Schwacher chemischer AngriffAmmonium-, Schwefelverbindungen und Nitrate
Lauffläche, Entmistungsbahnen 3) (innen, nicht eingestreut)Schwacher chemischer AngriffAmmonium-, Schwefelverbindungen und Nitrate
Mechanischer AngriffEntmistungsschieber, Räumer

1) Bildung biogener Schwefelsäure im nicht flüssigkeitsberührten Raum möglich, dann starker chemischer Angriff.
2) Schutz gegen Regenwasser (Abdeckung) mindert den chemischen Angriff.
3) Bei Flächen und Bahnen im Freien Frosteinwirkung