1.5 Zementeigenschaften

Druckfestigkeit

Anforderungen an die Druckfestigkeit

Festigkeits-
klasse
Druckfestigkeit [MPa]
AnfangsfestigkeitNormfestigkeit
2 Tage7 Tage28 Tage
22,5 1)--

≥ 22,5

≤ 42,5

32,5 L 2)-

≥ 12,0

≥ 32,5

≤ 52,5

32,5 N-

≥ 16,0

32,5 R

≥ 10,0

-
42,5 L 2)-

≥ 16,0

≥ 42,5

≤ 62,5

42,5 N

≥ 10,0

-
42,5 R

≥ 20,0

-
52,5 L 2)

≥ 10,0

-

≥ 52,5

-
52,5 N

≥ 20,0

-
52,5 R

≥ 30,0

-

1) Gilt nur für Sonderzemente VLH nach DIN EN 14216.
2) Gilt nur für Hochofenzemente mit niedriger Anfangsfestigkeit.

Ausdruck der Tabelle

Erstarren

Das Erstarren des Zementes ist eine Vorstufe der Erhärtung. Damit eine ausreichende Zeit für die Verarbeitung zur Verfügung steht, darf der Beginn des Erstarrens für alle Zemente nach DIN EN 197, DIN EN 14216 und DIN 1164 frühestens nach den in der folgenden Tabelle genannten Zeiten erfolgen. Zemente, deren Erstarrungsbeginn früher eintritt, entsprechen nicht diesen Normen.

Anforderungen an das Erstarren

FestigkeitsklasseErstarrungsbeginn
Normalzement (N, R) und Hochofenzement mit niedriger Anfangsfestigkeit (L)
32,5 L bis 32,5 R≥ 75 min
42,5 L bis 42,5 R≥ 60 min
52,5 L bis 52,5 R≥ 45 min
Zement mit frühem Erstarren (FE-Zement)
32,5 N und 32,5 R≥ 15 min und < 75 min
42,5 N und 42,5 R≥ 15 min und < 60 min
52,5 N und 52,5 R≥ 15 min und < 45 min
Schnellerstarrender Zement (SE-Zement)
32,5 N bis 52,5 R≤ 45 min 1)
Sonderzement mit sehr niedriger Hydratationswärme (VLH)
22,5≥ 75 min

1) Prüfung mit dem Eindrückversuch nach DIN 1164-11, Anhang A.

Ausdruck der Tabelle

Raumbeständigkeit

Zemente müssen raumbeständig sein. Sie gelten als raumbeständig, wenn sie ein Dehnungsmaß von 10 mm, bestimmt im Le-Chatelier-Ring (DIN EN 196-3), nicht überschreiten. Für SE-Zemente nach DIN 1164-11 wird die Raumbeständigkeit mit dem Kochversuch nach DIN 1164-11, Anhang A, bestimmt.

Hydratationswärme

Bei der Hydratation von Zement ist, abhängig von der Zementart, mit der in der folgenden Tabelle genannten Hydratationswärme zu rechnen.

Typische Hydratationswärmen bei vollständiger Hydratation

Zement 1)Hydratationswärme [J/g]
Portlandzement375 bis 525
Portlandhüttenzement und Hochofenzement355 bis 440
Portlandkalksteinzement310 bis 420
Portlandpuzzolanzement315 bis 420
Portlandschieferzement360 bis 480
Tonerdezement545 bis 585

1) Beispiele in Anlehnung an Zement-Taschenbuch (VDZ), Ausgabe 2008.

Ausdruck der Tabelle

Farbe

Die Farbe eines Zementes hängt von den verwendeten Rohstoffen, dem Herstellungsverfahren und der Mahlfeinheit ab. Feingemahlene Zemente sind in der Regel heller als gröber gemahlene Zemente. Die Zementfarbe lässt keine Rückschlüsse auf die zu erwartenden Eigenschaften zu.

Dichte und Schüttdichte

ZementartDichte 1) [kg/dm3]Schüttdichte 1) [kg/dm3]
lose eingelaufeneingerüttelt
Portlandzement3,100,9 - 1,21,6 - 1,9
Portlandkalksteinzement3,05
Portlandhüttenzement3,05
Hochofenzement3,00
Portlandpuzzolanzement2,90

1) Abweichungen von diesen Durchschnittswerten sind möglich

Ausdruck der Tabelle

Mahlfeinheit

Je feiner Zement gemahlen ist, desto höher sind die Frühfestigkeit und die Normfestigkeit nach 28 Tagen.
Die Mahlfeinheit kann nach dem Blaine-Verfahren bestimmt werden (DIN EN 196-6) und wird als spezifische Oberfläche in cm²/g angegeben. Dieser Blaine-Wert ist kein Maß für die Korngrößenverteilung. 
Eine Beurteilung der Gebrauchseigenschaften des Zementes über den Blaine-Wert ist daher nur in begrenztem Umfang möglich.