1.3.1 Zement mit niedrigem wirksamen Alkaligehalt nach DIN 1164-10 (na)-Zement)*

Zur Vermeidung von betonschädlichen Alkalireaktionen kann es bei bestimmten Gesteinskörnungen erforderlich sein, in besonderen Anwendungsfällen bei der Betonherstellung Zemente mit einem niedrigen wirksamen Alkaligehalt zu verwenden.
Entsprechend der DIN 1164-10 wird zur Beurteilung von Zementen mit niedrigem wirksamen Alkaligehalt der Gesamtalkaligehalt, ausgedrückt als Na2O-Äquivalent, verwendet.

Zusätzliche Anforderungen an Zemente mit niedrigem wirksamen Alkaligehalt nach DIN 1164-10

Zementart

Anforderungen an das Na2O-Äquivalent [M.-%]
CEM I bis CEM V≤ 0,60
Darüber hinaus gilt für folgende Zemente die Anforderung:
CEM II/B-S≤ 0,70
CEM III/A 1)≤ 0,95
CEM III/A 2)≤ 1,10
CEM III/B≤ 2,00
CEM III/C≤ 2,00

1) Gilt bei Hüttensandgehalt ≤ 49 M.-%.
2) Gilt bei Hüttensandgehalt ≥ 50 M.-%.

Der Gesamtalkaligehalt wird als Na2O-Äquivalent nach folgender Formel berechnet (Angaben in M.-%):

Na2O-Äquivalent = Na2O + 0,658 · K2O

Bei HeidelbergCement werden diese Zemente mit (na) gekennzeichnet, z.B. CEM I 52,5 R (na)

Ausdruck der Tabelle

Normbezeichnung nach DIN EN 197-1 mit zusätzlicher (na)-Kennzeichnung

Hochofenzement mit einem Hüttensandgehalt zwischen 66 und 80 M.-%, der Festigkeitsklasse 42,5 mit normaler Anfangsfestigkeit (N) sowie niedriger Hydratationswärme (LH), hohem Sulfatwiderstand (SR) und niedrigem wirksamen Alkaligehalt nach DIN 1164-10:

  • Hochofenzement EN 197-1 – CEM III/B 42,5 N - LH/SR (na)

*Nach Urteil des Europäischen Gerichtshofes (EuGH) sind zusätzliche Anforderungen an Bauprodukte nach hormonisierten Normen nicht zulässig. Zemente nach DIN 1164-10 müssen daher künftig als Zement nach EN 197-1 mit CE-Zeichen in Verkehr gebracht werden. Das bisher geforderte Übereinstimmungszeichen "Ü" darf nicht mehr verwendet werden. In den Herstellerangaben wird die "NA-Eigenschaft" eines Zements gesondert, d.h. außerhalb der für EN 197-1 üblichen Leistungserklärung zugesichert.